Projekt
Ozeanium von A-Z

Was ist das Ozeanium?

Das Ozeanium ist ein Grossaquarium, das der Zoo Basel auf dem Areal der Basler Heuwaage auf das Jahr 2024 realisieren will. Das Ozeanium bringt das Meer nach Basel und zeigt anhand von grossformatigen Aquarien  die Faszination der Meere.

Was gibt es im Ozeanium zu erleben?

Anhand von dreissig Meeresthemen werden die Besucherinnen und Besucher im Ozeanium rund um den Globus geführt. Sie tauchen ein in faszinierende Unterwasserwelten und können sich an Wissensstationen und Beobachtungsposten, anhand von Live-Demonstrationen und Schüler-Workshops mit dieser unbekannten Welt auseinandersetzen.
Mehrere tausend Tiere aus allen Klimazonen leben in rund 40 Aquarien mit Wasserständen von bis zu acht Metern Höhe. Auf einer Fläche von etwa 10'000 m2 dienen rund 4'600 m3 Wasser als Lebensraum für Haie, Rochen, Pinguine, Korallen, Gezeitenzonen- und Tiefseebewohner. Sie vermitteln die Grösse des Ozeans, seine Vielfalt, seine Schönheit, aber auch seine Fragilität und Bedrohung. Das ganze Ozeanium dreht sich um das Thema Ressourcen und Nachhaltigkeit und macht sein Publikum zu Experten für eine Welt, die es zu schätzen und zu schützen gilt

Warum braucht es in einem Binnenland wie der Schweiz ein Ozeanium?

Die Ozeane sind global gefährdet. Noch bevor die wichtigsten Zusammenhänge in den Meeren überhaupt erforscht sind, werden ihre Ressourcen von uns stark genutzt und übernutzt. Für die nächsten Generationen ist es entscheidend, dass heute eine nachhaltige Nutzung des Ozeans in die Wege geleitet werden kann und dass sich die Menschen  ihrer Einflussnahme auf den Ozean bewusst sind.  Das vom Zoo Basel geplante Ozeanium soll durch intensive Umweltbildung einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Seine Lage im Herzen von Basel ist ideal: Im Umkreis von 500 Kilometern gibt es keine vergleichbare Institution und Basel ist über den Rhein mit dem Meer verbunden. Als Bildungszentrum soll das Ozeanium das so wichtige Bewusstsein für die Meere schaffen. Gerade in einem Binnenland wie der Schweiz, in dem die Verantwortung für die Meere leicht vergessen geht, ist ein ständiger Gedankenanstoss wichtig. Anhand des Ozeans lassen sich wichtige Umweltthemen und Zusammenhänge im Meer exemplarisch aufzeigen und vermitteln.

Warum braucht es das Ozeanium zusätzlich zum Vivarium?

1972 eröffnete der Zoo das Vivarium, ein bis heute in der Schweiz einzigartiges Aquarienhaus. Um jedoch Themen rund um den Ozean umfassend darzustellen und authentisch zu zeigen, fehlt es im Vivarium an Raum. Grosse Meerestiere wie Kraken, Rochen, Haie und Schwarmfische können nicht gezeigt werden. Das Wissen über Meerestiere ist in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen und die Entwicklung der modernen Aquaristik geht in Riesensprüngen voran. Das Ozeanium soll dieser Entwicklung Rechnung tragen und ein modernes, zeitgemässes und nachhaltiges Aquarienkonzept umsetzen.

Ist das Ozeanium tiergerecht?

Der Zoo Basel legt höchsten Wert auf das Wohl seiner Tiere und auf den Natur- und Artenschutz. Die Tierhaltung im Ozeanium erfolgt nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft. Alle Tiere werden durch beste Tierhaltung und veterinär-medizinische Betreuung in optimalem Gesundheitszustand gehalten. Für die gesamte Tierhaltung, den Arten- und Tierschutz gilt der EUAC (European Union of Aquarium Curators) Code of Ethics:

EUAC
1 Das Aquarium handelt immer im Interesse des Natur- und des Tierschutzes.
2 Das Aquarium handelt stets in strikter Übereinstimmung mit den Gesetzen und allen Vorschriften (z.B. in Bezug auf den Handel von Pflanzen, Tieren und deren Derivaten, d.h. CITES, EU-Verordnungen et al).
3 Das Aquarium zeigt keine Tiere, von denen bekannt ist, dass sie im Aquarium nur für eine kurze Zeitdauer überleben.
4 Das Aquarium initiiert und unterstützt aktiv pädagogische Bemühungen in seinen Räumlichkeiten, soweit es die Möglichkeiten zulassen.
5 Das Aquarium begrüsst und unterstützt die wissenschaftliche Forschung innerhalb seiner Räumlichkeiten, soweit es die Möglichkeiten zulassen.
6 Das Aquarium trägt zu einem freien und offenen Fluss von Information bei und ist bereit, mit anderen Mitgliedern der EUAC zu kommunizieren. Es gewährt den anderen Mitgliedern freien Zugang zu ihren Räumlichkeiten.
7 Das Aquarium unterstützt auf einer nicht-kommerziellen Basis andere Mitglieds-Institutionen.
8 Das Aquarium nimmt an den EUAC-Zuchtprogrammen teil.
9 Das Aquarium handelt nicht mit Arten, die als gefährdet gelten.

Die Tiere und Pflanzen im Ozeanium werden entweder aus nachhaltigem Fang bezogen oder stammen, wie zum Beispiel die Quallen oder die Korallen, aus den Zuchtbeständen des Zoo Basel und weiteren Zuchten. Der Bezug der Tiere für das Ozeanium hat keinen schädlichen Einfluss auf natürliche Populationen oder Ökosysteme.

Wann wird das Ozeanium eröffnet?

Der Zoo Basel wird frühestens Ende 2020 mit dem Bau des Grossaquariums beginnen können. Voraussichtlich werden die Besucherinnen und Besucher ab 2024 im Ozeanium in eine faszinierende Lebenswelt von Korallenriffen, Haien, Riesenkraken und leuchtenden Meeresorganismen eintauchen können. Zur Eröffnung und auch zum Baubeginn des Ozeaniums kann der Zoo Basel zurzeit noch keine verbindliche Antwort geben, da im Moment ein politischer Prozess läuft, der vom Zoo Basel nur sehr beschränkt beeinflusst werden kann.

Wer baut das Ozeanium?

Für das Ozeanium hatte der Zoo Basel einen anonymen Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben. Das Echo auf die Ausschreibung war beeindruckend: 55 Teams aus Architekten, Aquarien- und Gesamtplanern reichten eine Bewerbung ein. Ausgewählt wurden im Sommer 2012 15 Teams, die für das Ozeanium ein Projekt ausarbeiteten. Das Siegerprojekt heisst ,Seacliff‘ und stammt von Boltshauser Architekten Zürich. ,Seacliff‘ hat die Jury vor allem wegen der Zurückhaltung in der Architektur und dem kompakten oberirdischen Bauvolumen überzeugt.

Warum ist das Ozeanium für Basel ein Gewinn?

Aquarien mit faszinierenden Lebenswelten machen das Ozeanium Zoo Basel zu einem Besuchermagneten, der weit über die Schweizer Landesgrenzen ausstrahlen wird. Das Ozeanium schafft neue Arbeitsplätze und soll in der Region Basel und darüber hinaus das wichtigste Zentrum für Bildung und Forschung im Bereich Meeresbiologie werden. Mit Öffnungszeiten bis in den Abend hinein, dank der Nähe zur Stadt sowie der Bar und dem Restaurant, erreicht das Ozeanium Besucher, die der Zolli bisher nicht angesprochen hat, und kann sie für Meeres- und Umweltthemen begeistern.

In den Räumen des Ozeaniums sollen Bildungsveranstaltungen, Kongresse und Anlässe für Private und Firmen stattfinden können. Schulen und Hochschulen erhalten Raum zum Erkunden und Forschen. Dank der zentralen Lage ist das Ozeanium ausgezeichnet an den öffentlichen Verkehr angebunden und sorgt mit jährlich hunderttausenden Besuchern für eine Belebung der umliegenden Innenstadt. Vor dem Ozeanium entsteht ein offener Platz für vielfältige öffentliche Nutzungen.