‚Seacliff‘ macht das Rennen ums Ozeanium

Der internationale Architekturwettbewerb für das Ozeanium des Zoo Basel ist entschieden: Das Siegerprojekt heisst ,Seacliff‘ und stammt von Boltshauser Architekten Zürich. ,Seacliff‘ hat die Jury vor allem wegen der Zurückhaltung in der Architektur und dem kompakten oberirdischen Bauvolumen überzeugt.

Im Februar 2012 haben sich 55 Teams darum beworben, das vom Zoo Basel auf der Heuwaage geplante Ozeanium zu bauen. Aus diesen Dreier-Teams, bestehend aus Architekturbüro, Aquariums- sowie Gesamtplanern, wurden 15 Teams ausgewählt, um für den anonymen Architekturwettbewerb für das ‚Ozeanium‘ ein Projekt auszuarbeiten. Die Teilnehmer hatten bis zum 2. Oktober 2012 Zeit, ihren Vorschlag für das innerstädtische Grossaquarium zu gestalten. Nun hat die Wettbewerbsjury, bestehend aus Vertretern des Bau- und Verkehrsdepartementes, des Zoo Basel und mehreren Architekten entschieden: Das Projekt ,Seacliff‘ von Boltshauser Architekten Zürich passt am besten zur Heuwaage und zum Zolli.

Hohe Qualität bei allen Wettbewerbsteilnehmern

„Die eingereichten Arbeiten haben insgesamt ein sehr hohes Niveau und haben eine grosse Bandbreite interessanter Lösungsvorschläge für die Aufgabe und den Ort hervorgebracht“, erklärt Juror Fritz Schumacher, Kantonsbaumeister von Basel. „Die ausgewählte Architektursprache des Siegerprojekts ‚Seacliff‘ entspricht mit ihrer Zurückhaltung aber am ehesten dem angestrebten Erscheinungsbild des Zoo Basel in der Öffentlichkeit. Es besetzt den Ort an der Heuwaage mit einem - im Vergleich zu den anderen Wettbewerbsarbeiten - kleineren oberirdischen Bauvolumen und bietet damit auch städtebaulich die beste Lösung“. Auch die Fassade aus Lehm und Trasskalk sowie die optimale Nutzung des vorhandenen Platzes gefallen der Jury am Siegerprojekt.

Das zweitplatzierte Projekt ,Watergate‘ von HHF + Burckhardt Partner schlug vor, das gesamte Ozeanium oberirdisch in einem monolithischen und abgeschrägten Baukörper auf kleiner Grundfläche zu organisieren. Mit neun Stockwerken wäre es das höchste aller eingereichten Projekte und hätte den Stadtraum Heuwaage mit seinem Volumen und seinem architektonischen Ausdruck dominiert. Das drittplatzierte Projekt ,Blue Cave‘ von Zaha Hadid ist architektonisch von hoher Qualität, aber die Besuchergänge wären in weiten Teilen relativ eng gewesen und die dynamische Formensprache im Gebäudeinnern wären in Konkurrenz zu den Aquarien getreten. Die Jury hat sich für ein Gebäude entschieden, das zum Zolli passt. Der Zoo Basel bemüht sich seit Jahrzehnten, eine zurückhaltende Architektur einzusetzen, die ausserhalb jeglicher Konkurrenz zu den Tieren steht.

Ab 2019 Riesenkraken in Basel

„Das Ozeanium wird die Orte Steinenvorstadt, Heuwaage, Nachtigallenwäldeli und Zoo optimal miteinander verbinden. Mit Öffnungszeiten bis weit in die Nacht hinein, wird es die Heuwaage zu einem lebendigen Treffpunkt aufwerten und den Zolli optimal ergänzen“, freut sich Olivier Pagan, Direktor des Zoo Basel. „Für die Erstellung des energieeffizienten Gebäudes einschliesslich seiner Betriebseinrichtungen rechnen wir mit einem Investitionsrahmen von 60 bis 80 Millionen Franken.“ Als nächstes wird ein Vorprojekt als Basis für einen Bebauungsplan erstellt, welcher dann im Grossen Rat zur Abstimmung gelangt. Voraussichtlich wird der Zoo Basel 2016 mit dem Bau des Grossaquariums beginnen können. „Wenn alles optimal läuft, werden die Besucherinnen und Besucher ab 2019 in unserem Ozeanium in eine faszinierende Lebenswelt von Korallenriffen, Haien, Riesenkraken und leuchtenden Meeresorganismen eintauchen können“, meint Thomas Jermann, Projektleiter Ozeanium beim Zoo Basel. „Das Basler Grossaquarium wird uns Menschen den verborgenen Lebensraum Ozean näherbringen und damit die Wertschätzung und das Verständnis für eines der wichtigsten Ökosysteme unseres Planeten fördern.“

Ausstellung in der Messe Basel

Sämtliche Projekte des Architekturwettbewerbs werden vom 8. bis 16. Dezember 2012 in der Messe Basel ausgestellt. Die Ausstellung ist montags bis freitags jeweils von 16 bis 20 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am 7. Dezember um 17 Uhr findet eine öffentliche Vernissage statt. Die Ausstellung befindet sich im Erdgeschoss der Halle 3 unter dem Parkhaus.

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